Gutes Coaching braucht einen sicheren Rahmen. Den schaffst du zu Beginn des Vorgesprächs, in wenigen Minuten. Fachleute sprechen vom Kontrakt oder Contracting: Ihr trefft Absprachen darüber, wie ihr zusammenarbeitet, bevor es um das Was geht.
Ebene 1: Was ihr organisatorisch vereinbart
Das ist der formale Teil. Bei einem bezahlten Coaching steht er in einem schriftlichen Vertrag, auf dieser Plattform regelt die App das meiste:
- Dauer und Anzahl: Sitzungen dauern 60 Minuten, ein Prozess hat 1 bis 6 Sitzungen.
- Absagen: Wer absagt, sagt mehr als 24 Stunden vorher Bescheid. Termine lassen sich in der App auch verschieben.
- Ort: online über den Zoom- oder Teams-Link des Coaches.
- Vertraulichkeit: Was besprochen wird, bleibt zwischen euch. Notizen gehören nicht in die App.
Sprich diese Punkte trotzdem kurz an. Dann wissen beide, woran sie sind.
Ebene 2: Wie ihr miteinander umgeht
Das ist der psychologische Teil, ein mündlich ausgehandelter Satz an Spielregeln. Er darf später nachverhandelt werden, wenn etwas nicht mehr passt. Mögliche Punkte:
- Erwartungen und Befürchtungen: „Was erhoffst du dir? Was soll auf keinen Fall passieren?“
- Tabus: Themen, die außen vor bleiben sollen. Respektiere das, auch wenn du es manchmal für wichtig hältst.
- Rückmeldungen: „Sag mir bitte, wenn ich etwas falsch verstanden habe.“ Wer selbst um Feedback bittet, öffnet die Zusammenarbeit.
- Stopp-Signal: Ein Wort oder Satz, mit dem dein Gegenüber jederzeit unterbrechen darf.
- Umgang außerhalb: Was passiert, wenn ihr euch im Studium seht? Mehr dazu in „Üben im eigenen Jahrgang“.
Voraussetzungen kurz prüfen
Ohne Verhör, eher als innere Checkliste:
- Freiwillig: Dein Gegenüber will das Coaching wirklich und nicht nur, weil es erwartet wird.
- Vertraulich: Inhalte bleiben im Coaching und werden nicht gegen die Person verwendet.
- Gegenseitige Akzeptanz: Ihr könnt euch auf die Zusammenarbeit einlassen. Merkst du, dass du nicht neutral sein kannst, sag das lieber gleich.
- Bereitschaft: Dein Gegenüber möchte an sich selbst arbeiten, nicht nur über andere sprechen.
Wo Vertraulichkeit endet
Vertraulichkeit ist die Grundlage für Offenheit. Sie hat aber eine Grenze, die du kennen und ehrlich benennen solltest: Wenn akute Gefahr für dein Gegenüber oder andere besteht, holst du Hilfe. Das sagst du am besten gleich im Rahmen, dann gibt es später keine Überraschung. Was dann konkret zu tun ist, steht in der Lektion „Grenzen von Coaching“.
Rollen klären
Du bist für den Ablauf zuständig: Zeit, Struktur, Fragen. Dein Coachee ist zuständig für Inhalte und Entscheidungen. Jede Frage darf unbeantwortet bleiben.
Ein möglicher Einstieg
„Bevor wir loslegen, kurz zum Rahmen: Alles, was du erzählst, bleibt bei mir. Die einzige Ausnahme wäre, wenn jemand in akuter Gefahr ist. Ich bin selbst noch in der Ausbildung und übe hier. Du bestimmst, worüber wir sprechen und wie tief, und du darfst jederzeit Stopp sagen. Gibt es etwas, das wir ausklammern sollen? Passt das für dich?“
Die Frage am Ende ist wichtig. Sie macht aus deiner Ansage eine gemeinsame Vereinbarung.
Für deinen nächsten Termin
Schreib deinen eigenen Rahmen-Satz in höchstens vier Sätzen. Er sollte Vertraulichkeit (mit Ausnahme), deine Rolle, das Stopp-Signal und eine Abschlussfrage enthalten. Sag ihn vor dem Termin einmal laut, damit er natürlich klingt.
Selbstcheck danach:
- Habe ich beide Ebenen angesprochen, die organisatorische und die persönliche?
- Hat mein Gegenüber dem Rahmen ausdrücklich zugestimmt?
- Welche Spielregel wäre mir selbst als Coachee am wichtigsten gewesen?