Die letzten fünf Minuten des Vorgesprächs entscheiden, ob beide mit einem guten Gefühl auseinandergehen. Plane sie fest ein, auch wenn das Gespräch gerade spannend ist.
1. Zusammenfassen
Fasse in zwei, drei Sätzen zusammen, was du mitgenommen hast: das Anliegen und den möglichen Auftrag. Frag nach, ob es stimmt. Oft ergänzt dein Gegenüber noch etwas Wichtiges.
2. Gemeinsam entscheiden
Stell die Frage offen und ohne Druck:
- „Wie geht es dir mit dem, was wir besprochen haben?“
- „Hast du Lust, daran mit mir weiterzuarbeiten?“
- „Wie viele Sitzungen könnten sinnvoll sein?“
Bedenkzeit oder gleich planen?
Im professionellen Coaching ist die Regel klar: Die Entscheidung fällt nicht im Erstgespräch. Die Person bekommt Zeit, in Ruhe zu überlegen, ob sie sich auf diese Arbeitsbeziehung einlassen will. Dahinter steht ein ethischer Gedanke: Niemand soll sich aus dem Schwung des Gesprächs heraus zu etwas verpflichten.
Beim Üben unter Kommilitonen hat direktes Planen aber auch Vorteile: Im vollen Semester sind gemeinsame Termine knapp, und der Schwung aus dem Vorgespräch trägt in die erste Sitzung. Deshalb gilt hier:
- Biete Bedenkzeit immer an: „Wir müssen das nicht jetzt entscheiden. Schlaf gern eine Nacht drüber, du kannst die Sitzungen auch morgen noch planen.“
- Wenn ihr beide sicher seid, plant direkt, und sag den Ausstieg dazu: „Wenn du es dir anders überlegst, sag die Termine einfach mehr als 24 Stunden vorher ab. Das hat keine Folgen.“
- Achte auf leises Zögern. Ein „Ja, okay …“ mit Pause ist kein klares Ja. Dann lieber Bedenkzeit.
Auch ein Nein ist ein gutes Ergebnis
Vielleicht passt das Thema nicht, der Zeitpunkt oder die Chemie. Bedanke dich ehrlich. Gründe darf dein Gegenüber nennen, muss es aber nicht: Frag nicht nach. In der App wählt einer von euch „Nicht weitermachen“, ohne Folgen für euch beide.
3. Nächste Schritte vereinbaren
Wenn ihr weitermacht, klärt kurz:
- Anzahl der Sitzungen: In der App 1 bis 6. Als Faustregel reichen für ein klar umrissenes Anliegen oft 2 bis 3.
- Rhythmus: Zwischen den Sitzungen sollte Zeit zum Ausprobieren sein, meist 1 bis 2 Wochen.
- Bis zur ersten Sitzung: Gibt es eine kleine Beobachtungsaufgabe? Zum Beispiel: „Achte mal darauf, in welchen Momenten das Thema auftaucht.“
Dann planst du die Sitzungen in der App: Termin öffnen und „Sitzungen planen“ wählen. Dein Gegenüber kann alle Termine auf einmal bestätigen.
4. Ein guter Ausstieg
„Was nimmst du aus unserem Gespräch heute mit?“
Die Antwort zeigt dir, was beim Gegenüber angekommen ist, und oft auch, wo ihr in der ersten Sitzung ansetzen könnt.
Für deinen nächsten Termin
Schreib dir drei Sätze in deinen eigenen Worten auf: einen, mit dem du die Entscheidung erfragst, einen, mit dem du Bedenkzeit anbietest, und einen, mit dem du ein Nein annimmst. Nimm den Zettel ins Vorgespräch mit.
Selbstcheck danach:
- Habe ich Bedenkzeit angeboten, bevor wir geplant haben?
- War das Ja meines Gegenübers wirklich klar?
- Weiß mein Gegenüber, wie es ohne Folgen aussteigen kann?