Eure Sitzungen finden über den Zoom- oder Teams-Link des Coaches statt. Das ist bequem und spart Wege. Ein paar Dinge sind aber anders als im selben Raum.
Was die Forschung sagt
Nach aktuellem Stand scheint Online-Coaching ähnlich erfolgreich zu sein wie Coaching in Präsenz. Coaches berichten auch keinen Unterschied darin, wie Vertrauen und Nähe entstehen. Klientinnen und Klienten bevorzugen bei sehr emotionalen Themen allerdings eher das persönliche Treffen. Behalte das im Hinterkopf, wenn ein Thema sehr schwer wird. Die Forschung dazu ist allerdings noch jung.
Was online fehlt und wie du es ausgleichst
Blickkontakt und Körpersprache sind nur eingeschränkt sichtbar. Das kann zu Missverständnissen führen.
- Über das Gespräch sprechen: „Wie geht es dir gerade mit dem, was wir besprechen?“ Fachleute nennen das Metakommunikation. Online ist sie besonders wichtig.
- Öfter rückversichern: „Kommt das so bei dir an?“
- Kurze Signale geben: Nicken, „mhm“, damit dein Gegenüber merkt, dass du da bist.
Das eigene Bild lenkt ab. Viele schauen sich im Videocall selbst an. Blende dein Kamerabild aus, wenn es dich stört.
Technikprobleme passieren. Lieber nachfragen als raten: „Ich habe den letzten Satz nicht verstanden, magst du ihn wiederholen?“ Vereinbart im Vorgespräch, was ihr tut, wenn die Verbindung abbricht, zum Beispiel: Wer sich zuerst neu einwählt.
Vor der Sitzung
- Technik prüfen: Kamera, Ton, stabile Verbindung, andere Programme zu.
- Störquellen aus: Handy stumm, Benachrichtigungen aus, Tür zu.
- Kamera auf Augenhöhe, ruhiger Hintergrund, Licht von vorn.
- Zeitpuffer einplanen, vorher zum Ankommen, danach zum Nachdenken.
- Meeting-Link rechtzeitig eintragen: In der App unter dem Termin oder einmal im Profil, dann steht er automatisch in allen deinen Terminen als Coach.
Zu Beginn der Sitzung
Ein kurzer Check-in schafft Sicherheit, online wie offline:
„Schön, dass du da bist. Ist die Verbindung bei dir stabil? Kannst du die nächste Stunde ungestört sein? Was brauchst du noch, um gut anzukommen?“
Nutze die Besonderheit des Formats: Frag ruhig, wo dein Gegenüber gerade sitzt. Ein vertrauter Ort wie das eigene Zimmer kann Sicherheit geben.
Visualisieren
Ein gemeinsames Whiteboard oder ein geteiltes Dokument kann helfen, Gedanken sichtbar zu machen: Themen sammeln, ordnen, verbinden. Lass dein Gegenüber selbst schreiben, wenn es mag. Achte darauf, keine sensiblen Inhalte in Tools zu speichern, die ihr nicht wieder löscht.
Für deinen nächsten Termin
Geh vor deiner nächsten Videositzung diese Liste durch:
- Kamera, Ton und Verbindung getestet
- Handy stumm, Benachrichtigungen aus, Tür zu
- Kamera auf Augenhöhe, Licht von vorn
- Meeting-Link im Termin eingetragen
- Zehn Minuten Puffer davor und danach
- Absprache für einen Verbindungsabbruch (wer wählt sich neu ein?)
Selbstcheck danach:
- Habe ich mindestens einmal nachgefragt, wie etwas bei meinem Gegenüber ankommt?
- Hat mich mein eigenes Kamerabild abgelenkt?